Sonntag, 13. Juli 2014

VON HUNDE- UND PFERDEFLÜSTERERN

 
Manchmal erreicht mich ein Anruf, eine Mail mit der Frage, 
ob ich als Hundeflüsterer mal dem Hund...
sagen kann, dass er nicht mehr jagen soll.
Auf die Frage: ‚Was ist es denn für ein Hund ?'
kommt die Antwort: 'Ein kleiner Münsterländer.'

Mein Einwurf 'aber das ist ein Jagdhund' verhallt ungehört und wird eher als unerhört empfunden.
Schliesslich sei man ja bereit etwas dafür zu zahlen,
also für die Flüsterinformation an den Hund.

Ich sage Ihnen etwas,
ganz unverblümt,
ganz ehrlich,
ganz undiplomatisch:
wer flüstert, der lügt.

Erziehung und Training wird nicht im Flüsterton mittels eines Satzes erreicht.
Freundschaft übrigens auch nicht.
Bindung braucht viele Monate.
Je nach Erfahrungsschatz oft auch Jahre.

Geduld und Achtsamkeit sind die Zauberworte,
die ich allerdings auch laut und deutlich aussprechen kann, wenn ich überhaupt irgendwem irgendwas flüstere,
dann eher den Haltern, die ihren Hund zum Trottel machen, ihm Hasenzähne zu Ostern ankleben und Biene Maja Kostüme zu Karneval anziehen.
Wobei Flüstern reicht da nicht mehr aus,
das braucht schon eine deutliche Aus- und Ansprache, denn das ist achtlos und respektlos
und wer mir dann weismachen will, er habe schliesslich (im Gegensatz zu mir) Humor,
der hat ein klares Statement abgegeben:
Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.
Zweifelhaft witzig auf Kosten eines anderen Lebewesens.

Sie sehen: ich bin kein Hundeflüsterer, auch bei Pferden, Katzen und Lamas ziehe ich den Dialog vor,
der ist seitens des Tieres deutlich und klar.
Unmissverständlich lassen sie uns wissen, was ihnen gefällt und was ihnen missfällt.
Ich höre zu, nehme mir Zeit und vermittle dem Halter was wir gemeinsam verändern könnten.
Er und sein Tier,
gern mit Unterstützung von meiner Seite.

Mein Anliegen ist einzig und allein Klarheit und Verständnis zu fördern,
auch wenn es manchmal zur Herausforderung für den Halter wird.

Aber: geflüstert wird nicht,
denn: wer flüstert, der lügt oder traut sich einfach nicht, es laut auszusprechen.

    Anmerkung:
    Nicht, dass ich missverstanden werde: auch wenn es eine andere Rasse gewesen wäre, hätte ich den Halter gebeten, das vermeintliche Problem mittels einfühlsamen Hundetrainers zu lösen.
    Ein jagdlich ambitionierter Hund ist eine grosse Verantwortung.
    Der Halter trägt die Verantwortung, dass keine anderen Tiere zu Schaden kommen,
    weder durch die Hatz mit Erfolg noch durch die Hatz um der Hatz willen.

    Die Tierkommunikation ist eine wunderbare Möglichkeit um unsere Gefährten besser zu verstehen,
    um ihre Gefühle nachzuvollziehen und auch die Ursache für manches Verhalten zu verstehen.

    Die Tierkommunikation ist aber keine Möglichkeit um ein Tier zu manipulieren oder unerwünschte Charaktereigenschaften oder gar rassespezifische Verhaltensweisen wegzuflüstern.

Gabriele Sauerland | Mentalkommunikation mit Tieren | Seminare und Workshops | Verhaltensberatung

©
Copyright G. Sauerland  KOPIE, AUCH AUSZUGSWEISE NICHT GESTATTET  www.communicanis.de