Samstag, 19. Juli 2014

VON LÄSTIGEN FLIEGEN UND NIEDLICHEN KÄTZCHEN.



Gestern beim Friseur: 'Wo ist denn die Fliegenklatsche ?''
'Halt, nicht töten bitte. Ich fange sie.'
Gesagt, getan. Fliege gefangen, an die frische Luft gesetzt.
Stirnrunzeln im Salon.
Sie haben sich wahrscheinlich immer schon gedacht, dass ich etwas, sagen wir anders bin, aber jetzt ist es keine Vermutung mehr, sondern Gewissheit.
Um die Einschätzung ein wenig zu untermauern, erkläre ich, dass es immerhin über 50.000 verschiedene Fliegenarten gibt und das sie schon seit etwa 50 Millionen Jahren auf diesem Planeten existieren.
Meine Begeisterung scheint nicht ansteckend zu sein, schade.

Aber mal ehrlich: mit welchem Recht verpassen wir einer Fliege den tödlichen Schlag ?
Es ist das Recht des Stärkeren, das ist mir schon bewusst, aber was würden wir denn sagen, wenn ein Kind ein kleines
Kätzchen tötet, einfach weil es nervt, das Kätzchen ? Wir wären entsetzt.
Wir würden, falls wir es als Nachbarn beobachten unverzüglich die Eltern mit der Tat des Minderjährigen konfrontieren.
Wir würden uns (zu Recht) aufregen und dem Kind am liebsten eine schallende...... ändert aber auch nichts.

(Ver)Ändern kann ausschliesslich etwas, dass wir unseren Kindern als Werte vermitteln.
Respekt vor dem Leben wäre so ein Wert und zwar Respekt vor ALLEM Leben.

Achtsamkeit im Umgang mit Schwächeren und zwar mit allen, unabhängig von allen Lebensformen.

Meine Fähigkeit die Sicht des Tieres zu erfahren ist leider nicht immer damit verbunden, dass mir ein Hund berichtet wie gut er sich bei seinen Menschen fühlt, oft ist es auch das Miterleben von traumatischen Ereignissen die ein Tier erlebt hat, weil es einen Menschen gab, der seine Stärke nutzte und die Gewalt am Tier auslebte.
Von Überlegenheit will ich nicht sprechen, denn Gewalt ist gelebte Hilflosigkeit, nicht etwa Überlegenheit.

Wenn wir es nicht schaffen, der Nachfolgegeneration vorzuleben, dass Leben immer schützenswert ist, unabhängig von Grösse, Gewicht und Intelligenz, dann wird das Quälen und Morden nie aufhören.

'Gehen Sie jetzt nicht ein bisschen zu weit Frau Sauerland ?'
Nein !
Aus der Sicht des Hundes aus Nordkorea nicht; aus der Sicht des Stieres in Spanien nicht; aus der Sicht der Katze in Deutschland nicht; aus der Sicht der Fliege...
getötet aus Willkür bleibt getötet aus Willkür, unabhängig davon gegen wen sich die Gewalt richtet.

Fazit:    Fliegenklatsche in die graue Tonne.
            Respekt und Achtsamkeit allen Lebewesen gegenüber.
communicanis - Die Sicht der Tiere.