Sonntag, 5. Juli 2015

Hund verstirbt im überhitzten Auto

Solche Meldungen erregen in diesen Tagen die Gemüter:

Hundeausstellung in Meisdorf / Harz
Gegen einen Züchter aus Niedersachsen wurde ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.
Er hatte seine Mopshündin trotz mehrfacher Aufforderung nicht aus dem verschlossenen und ungelüfteten Auto gelassen.
Bei 36 Grad Außentemperatur sah der 67 Jahre alte Züchter keinen Handlungsbedarf.
Noch vor Eintreffen der Polizei starb die Hündin im Auto.

Wie verantwortungslos muss ein Hundehalter sein, um nicht zu reagieren ?
Was veranlasst ihn, trotz mehrfacher Hinweise den leidenden Hund zu ignorieren ?
Und - warum ist niemand anderer eingeschritten ?

Auch in Neu-Ulm verstarb vor einiger Zeit eine Bulldogge, während der Halter sich anderweitig beschäftigte.

Auf einem Volksfest am Wochenende verstarb ein Schäferhund. Auch dieser Halter wurde aufmerksam gemacht auf den geschwächten Hund, winkte ab und ging keineswegs in den Schatten. Die zu Hilfe gerufene Tierrettung konnte wenig später nur noch den Tod des Hundes feststellen.

Beinah jeden Tag sind neue Berichte zu lesen, die Rettung in letzter Minute durch das beherzte Eingreifen oder eben den Tod eines Tieres beschreiben.


'Den Mann erwartet nun eine Anzeige wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz. '.

Aber welche Konsequenz hat diese Anzeige ?
Zuchtverbot ? Haltungsverbot ?


Und was kann ich tun, wenn mir eine solche Situation auffällt ? 

Wichtig ist: handeln, nicht nur abwarten.

Tierrettungsdienst (bundesweit 0700 - 58 58 58 10), Polizei, Amtstierarzt informieren.

Sollte es sich um einen Notfall handeln, der kein Zögern mehr zulässt, der Hund sich also in akuter Lebensgefahr befinden:

  • Scheibe einschlagen (am besten hinten, da Front- und Heckscheibe aus Sicherheitsglas sind)
  • Polizei informieren
  • Adressen von Zeugen notieren.
Sollte der Hundehalter Anzeige wegen Sachbeschädigung erstatten, ist der Beweis einer Notlage entschuldigend.
  • Wichtig ist auch eine Anzeige zu erstatten, sonst bleibt die Verantwortungslosigkeit des Halters ohne Folgen.

Bei 38 Grad Aussentemperatur sind im Fahrzeug bereits nach 5 Minuten 44 Grad, nach 30 Minuten 56 Grad !



Die Folge: die Körpertemperatursteigt, der Körper entzieht dem Blut Wasserreserven, das Blut verdickt sich, es kommt zum Kreislaufversagen und der Hund erstickt.


Erste Hilfe für Ihren Hund bei Überhitzung:

1. Hund in den Schatten bringen
2. wenn Hund bewusstlos: Zunge vorlagern
3. und ggf. Erbrochenes aus dem Mundraum entfernen
4. einige nasse, kalte Tücher auflegen (besser den Hund auf die Tücher legen, wenn das nicht möglich ist, Tuch auf Hund, Temperatur messen, die Körpertemperatur darf nicht zu schnell sinken; dies ist nur als erste Notfallmassnahme gedacht, also kurzer Zeitraum bis Hund in der Praxis ist)
5. Tierrettung rufen oder umgehend in die Tierarztpraxis fahren (nasse Tücher beibehalten)
 


BITTE: 

  • gehen Sie frühmorgens oder spät abends mit ihrem Hund, 
  • ersparen Sie ihm Tagesausflüge, Warten im Auto, Volksfeste; 
  • Spaziergänge im Wald sind angesagt, hier ist es schattig und kühl; 
  • wenn er wasserfreudig ist, geben Sie ihm Gelegenheit sich abzukühlen, aber bitte auch dies in der Früh oder am Abend !
Ein robustes Planschbecken auf der Terrasse erfreut so manchen Vierbeiner.


Welche Erfahrungen haben Sie gemacht ?

Haben Sie schon einmal eine solche Situation beobachtet ?