Donnerstag, 15. Oktober 2015

3 Dinge, die ich nicht verstehe.

Sie kennen das: eine bestimmte Situation bringt Ihre emotionale Seite zum Vorschein und lässt Sie vergessen, dass Sie sich mindestens 100 Mal vorgenommen haben besonnener zu reagieren.
Es gibt Dinge die ich nicht verstehe und dazu gehören:


1.    Hundehalter, die ihren Hund mit den Worten ‚der tut nichts‘ ohne Rücksicht auf andere Hunde und deren Halter unangeleint lassen.

Der Spaziergang hätte so schön sei können und endlich hat Ihre neue Hündin ein wenig Vertrauen gefasst, da passiert es: 
Schon von Weitem sehen Sie einen Hund auf sich zu laufen. 
Einen Halter sehen Sie nicht. 
Sie beruhigen sich selbst und hoffen, er wird schon gleich kommen. 
Kommt aber nicht.
Sie berechnen die Wahrscheinlichkeit des Zusammenstoßes zwischen Ihrer noch ein wenig schmächtigen Hündin und dem 40 Kilo Labradorrüden.
Labradore sind ja in der Regel gutmütig. 

Sie hoffen, dass der auf Sie zukommende Labrador das auch weiss.

…. Es könnte alles so einfach sein. 

Ein wenig Rücksichtnahme, ein wenig gutes Benehmen und schon leint Halter seinen Hund bei Sichtung eines entgegenkommenden Hundes an;  
nicht wissend ob er einem ängstlichen oder konfliktfreudigem Hund begegnet; 
nicht wissend, ob der Mensch am anderen Ende der Leine vielleicht gerade eine Schulter OP hinter sich hat oder sich einfach heute angeschlagen fühlt.

2.    Hundehalter die das Hinterherhetzen ihres Hundes komisch finden.

‚Er bekommt sie sowieso nicht.‘ sprachs und sah zu wie sein Weimaraner hinter der Katze herhetzte.
Wie wäre es statt offensichtlicher Ignoranz mit Mitgefühl und zwar mit der Katze. Mag sein, er bekommt sie nicht, (was ist das überhaupt für eine Option ?), aber die Katze (das Reh, das Eichhörnchen) spüren genau wie Sie Angst und Bedrohung.
Laufen Sie doch einfach mal in er Hauptverkehrszeit über eine vierspurige Autobahn. ‚Da passiert nichts‘ ist für Sie wohl eher keine Beruhigung.


3.    Hundehalter, die stumm bleiben, obwohl ihr Hund ganz offensichtlich verängstigt oder verunsichert ist.

Es gibt Situationen, bei denen auch ein wenig erfahrener Hundehalter die Alarmhinweise seines Hundes sehen müsste oder sieht und einfach nicht reagiert.
Wenn ein prominenter Hundetrainer einem ängstlichen, traumatisierten Hund aus Griechenland zwecks Erziehungsmassnahme Schraubengefüllte Getränkeflaschen hinterher wirft, dann ist das für mich 

a) Körperverletzung und 
b) Missbrauch.

Der Halter bleibt stumm, weil ‚der Trainer wird schon wissen was er tut‘ und ausserdem läuft ja die Kamera. 

Der Halter hat das Vertrauen dieses (und keines anderen) Hundes nicht verdient, Punkt. 
Der Trainer hat ganze Arbeit geleistet und sich hoffentlich so deutlich geoutet, dass niemand mehr Vertrauen zu ihm hat.

In diese Kategorie gehören auch alle nicht kamerabegleitende Maßnahmen, die darauf abzielen den Hund zu brechen, das Vertrauen zu zerstören oder mit Steinzeitargumenten arbeitende Trainer.



‚Da muss er durch. Er muss wissen wer der Chef ist. Hunde verstehen so und nicht anders. Hunde habe ein Kurzzeitgedächtnis.‘

Ich fürchte eher, dass Hundehalter ein Kurzzeitgedächtnis haben, laufen sie doch solchen Trainern weiter hinterher.

Setzen Sie Prioritäten:
wer steht Ihnen näher, der Trainer oder Ihr Hund ?
Wünschen Sie sich Vertrauen vom Hund oder vom Trainer ?
Wenn Sie sich selbst Verständnis und einfühlsames Verhalten wünschen, dann geben Sie das doch einfach auch Ihrem Hund.



Und was regt Sie auf ?