Montag, 18. Januar 2016

Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht.



Mal ehrlich: 

wie oft haben Sie beim Salatputzen schon eine Schnecke gefunden ?


Nein, ich meine keine gewöhnliche kleine Nacktschnecke mitten im Sommer, ich meine eine Weinbergschnecke mitten im Winter ?
Selten ? gar nicht ?

Im vergangenen Jahr haben wir davon berichtet, Sie erinnern sich ?
Aus dem  Biosalat aus Südfrankreich hat eine klitzekleine Schnecke herausgeschaut.
Herr Sibelius
Normalerweise würde ich sie nach draussen setzen, sie gehört schliesslich weder ins Haus noch in unseren Salat, aber bei Minustemperaturen und Schnee ist das nicht zu verantworten,also bekam sie zunächst ein schönes Glasheim, ausgestattet mit stehendem Wasser, einem Stückchen Rinde und täglich frischem Obst und Salat.

Die Schnecke wurde grösser. Und grösser.
Wir haben zunächst Abstand davon genommen, einer Schnecke einen Namen zu geben,aber es zeichnete sich ab, dass sie uns längere Zeit begleiten würden,
also: bekam die Schnecke einen Namen.
Herr Sibelius reifte zu einem stattlichen Schneck heran,
das Glas mussten ausgetauscht werden gegen ein Terrarium und Herr Sibelius genoss bei unsere Gastfreundschaft bis zum Frühjahr.
Herr Sibelius wächst


Dann haben wir ihn zurück in die Natur gesetzt und er hat sich auf und davon gemacht.
Herr Sibelius auf dem Weg in die Freiheit
2016 ist im Allgäu der Winter sehr mild, kaum Schnee, warme Temperaturen bis zum 17. Januar.
Seit heute allerdings schneit es und es herrschen Minustemperaturen.
Heute sollte es Salat geben und Sie ahnen schon, wie die Geschichte weiter geht.
Zwischen den Salatblättern in gewohnter Bioqualität sitzt eine klitzekleine Weinbergschnecke.
Frau Sibelia
Sie war ein wenig unterkühlt, kein Wunder nach drei Tagen im Gemüsefach,
war aber sichtlich erfreut über die Rettung.

Scheinbar wurde unsere Adresse als Winterquartier weitergegeben.

Nun lebt Frau Sibelia zunächst in einem Glashaus, mit Salatblatt und einem Stückchen Gurke.
Frau Sibelia

Sie ist zweifellos mit Herrn Sibelus verwandt, allerdings entstammt sie eher der mütterlichen Linie,denn sie ist neugierig und für einen Schneck geradezu lebhaft.

Wir berichten weiter über Wachstum und Fortschritte des jungen Lebens.

 

19. Januar: Frau Sibelia hat ihr neues Terrarium bezogen.

Frau Sibelia

20. Februar: Frau Sibelia wächst und gedeiht und ist bereits doppelt so gross. Sie hat einen sehr speziellen Tagesrhythmus: Tagsüber gräbt sie sich in die Erde und schläft, gegen 19 Uhr steht sie auf, nimmt ein Häppchen Salat oder Kohl, letzteres bevorzugt und klettert dann im Terrarium über Stock und Stein.